Chronik
Das Jugendheim
Die Lehrausbildung ist ohne Zweifel die wichtigste altersentsprechende Förderung, wodurch Selbstvertrauen gewonnen und vor allem die oft nicht vorhandene Individualität gestärkt und positiv verstärkt wird. Das Ziel ist zwar die Berufsausbildung mit Lehrabschluss, weil hier der Sozialisations- und Resozialisationsgedanke besonders zum Ausdruck kommen. Trotzdem wird in der Heimpraxis hier vor allem ein Therapieziel nicht übersehen, nämlich, dass der junge Mensch sein „Selbst", sein „Ich" und darüber hinaus auch die Gemeinschaftsbeziehung besonders hautnah, gefühlsmäßig, aber vor allem vernunftsmäßig erleben kann. So können darüber hinaus durch die Externistenausbildung Berufe außerhalb des Heimes angeboten werden, wie kaufmännische Lehren und dergleichen mehr. Auch der schulischen Ausbildung über die Pflichtschule hinaus sind keine Grenzen gesetzt, so die Voraussetzungen hierfür gegeben sind.
Das Heim hat sich nach außen hin hinsichtlich der Berufsstrukturen so geöffnet, dass hier verschiedene Formen praktiziert werden, wie interne Ausbildung, externe Ausbildung, das heißt, dass täglich Jungendliche zur Lehrausbildung kommen und den Freizeitbereich im Elternhaus verbringen. Die Erfolgserlebnisse, die aus einer positiven Lehrausbildung resultieren, sind ja kaum übersehbar.
Unsere Berufsschule
Begleitend mit der Lehrausbildung geht Hand in Hand die schulische Ausbildung, wobei Lehrmeister und Erzieher hier im dualen System den Jugendlichen fördern helfen. Mehr als in anderen Schulen muss gerade in Korneuburg auf die Situation der Schüler eingegangen werden, und der Erfolg kann nur garantiert werden, wenn sich die Unterrichtsmethoden und die Auswahl der Lehrinhalte nach dem Zustand des Jugendlichen orientieren.
als oberster Grundsatz für die Lehrausbildung gilt die Berücksichtigung der Neigung und Eignung, und die Förderungspraktiken sind nicht auf eine Perfektionierung aus, sondern sollen Persönlichkeitsfindung und Wertvorstellungen im jungen Menschen stärken und entwickeln helfen.
Zusammenarbeit mit den Eltern
Das Jugendheim versucht über Kontakthaltungen mit den Eltern durch Besuche des Jugendlichen mit dem Erzieher bei den Eltern „Sozialarbeit vor Ort" zu machen, wobei hier die Fragen wie, spätere Entlassung, Einstellung der Eltern zur Erziehungsarbeit des Heimes, Störfaktoren während der Urlaubssituation, Probleme des Elternhauses und ihre Beeinträchtigung unserer Arbeit im Heim abgeklärt werden.
Gründung der gewerblichen Fortbildungsschule 1925
Fachgewerbliche Berufsschule 1927
Es wurde in der damaligen Zeit das Schulwesen neu organisiert, ebenso wurde eine gewerbliche zweiklassige Fortbildungsschule genehmigt und in eine fachgewerbliche Fortbildungsschule, erst zu einer " Berufsschule Korneuburg", umgewandelt und 2006 erlangten wir den Status einer Landesberufsschule. Folgende Fachklassen wurden damals installiert: Für Metallarbeiter, Holzarbeiter, für das Approvisionierungsgewerbe und eine allgemeine gewerbliche Fachklasse.
„Die Anstalt", heißt es, „besitzt als solches nicht das Gewerberecht, sondern der mit der Führung betraute Meister, damit dem Zögling seine gewerbliche Ausbildung in der Erziehungsanstalt bei seinem weiteren Fortkommen nicht hinderlich wurde."
„In der Bevölkerung herrschen nämlich falsche Auffassungen über das Wesen und die Ziele der Erziehungsanstalt, würde die Anstalt als Lehrmeister im Lehrberuf vermerkt werden."
Es wurde das „Odium der Besserungsanstalt" zerstört und auch dem Lehrausbildungsprozess mehr Bedeutung eingeräumt. Die Gruppen blieben nach wie vor mit 50 bis 60 Jugendlichen besetzt und so war es auch nicht verwunderlich, dass notgedrungen das „Capo-System" aufrecht erhalten wurde. Erst einer späteren Zeit blieb es vorbehalten, auch in dieser Beziehung einen grundlegenden Wandel zu schaffen.